Ratgeber · Wareneingang
Etikettendrucker für Palettenetiketten im Wareneingang.
Ein Palettenetikett im Wareneingang unterscheidet sich vom Versandetikett in Zeitpunkt, Dateninhalt und Lebensdauer: Es entsteht an der Rampe, trägt die interne Identifikation (Palette, Charge, Lagerplatz) und muss die gesamte Lagerdauer lesbar bleiben – auch im Kühl- oder Außenlager. Daraus ergeben sich Drucker, Auflösung und Material.
Anforderungen im Überblick
| Anforderung | Üblicher Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Etikettenformat | 105 × 148 mm (A6), teils 148 × 210 mm (A5) | A6 deckt das GS1-Transportetikett ab |
| Druckbreite | 104 mm für A6, 168 mm für A5 quer | bestimmt die Druckerklasse |
| Auflösung | 203 dpi; 300 dpi bei kleinen Zusatzcodes | GS1-128 funktioniert mit 203 dpi |
| Durchsatz | Paletten pro Tag und Spitzenstunde | siehe Entscheidungsbaum unten |
| Umgebung | Rampe: Zugluft, Staub, ggf. Kühlbereich | Industriegehäuse, Materialwahl |
| Applikator | erst bei hohem, gleichmäßigem Strom | Print & Apply an der Linie |
Entscheidungsbaum nach Palettenaufkommen
- Unter 50 Paletten/Tag: Desktop-Drucker (z. B. Zebra ZD421) am Wareneingangs-Arbeitsplatz genügt – solange Umgebung und Formate es zulassen.
- 50 bis 300 Paletten/Tag: Industrie-Halbklasse (z. B. Zebra ZT231) in Rampennähe: Metallgehäuse, große Rollen, dauerlauffest.
- Über 300 Paletten/Tag oder Linienbetrieb: Vollindustrie (z. B. Zebra ZT411), bei automatischer Etikettierung mit Print-&-Apply-Applikator (z. B. ZE511).
- Zweiter Ast – Umgebung: Tiefkühl- oder Feuchtbereich → Thermotransfer mit Harzband und Gefrierkleber-Material statt Thermodirekt, unabhängig vom Volumen.
Druckerklassen für den Wareneingang
| Klasse | Beispiele | Geeignet bis | Stärken |
|---|---|---|---|
| Desktop | Zebra ZD421, TSC DA-Serie | ~50 Paletten/Tag | kompakt, günstig, schnell einsatzbereit |
| Industrie-Halbklasse | Zebra ZT231, SATO CL4NX Plus (Basis), TSC MB-Serie | ~300 Paletten/Tag | dauerlauffest, große Rollen, Metallgehäuse |
| Vollindustrie | Zebra ZT411, SATO CL4NX Plus, Honeywell PX4 | > 300 Paletten/Tag | hoher Durchsatz, Applikator-/RFID-Optionen |
| Print & Apply | Zebra ZE511, cab HERMES Q | Linienbetrieb | automatisches Etikettieren ohne Handgriff |
Vertiefend: Industrie-Etikettendrucker, Etikettenmaterial und der Glossarbegriff SSCC für das GS1-Transportetikett.
Häufige Fragen
Ja. Das GS1-Transportetikett ist auf Scanbarkeit aus Distanz ausgelegt; die üblichen Modulbreiten des GS1-128 lassen sich mit 203 dpi sauber drucken. 300 dpi werden erst nötig, wenn zusätzlich kleine Schriften, Logos oder kleine 2D-Codes auf das Etikett sollen.
Erst bei hohem, gleichmäßigem Palettenstrom – als Richtwert ab mehreren hundert Paletten pro Tag oder wenn an einer Linie automatisch etikettiert wird. Darunter ist manuelles Anbringen mit einem Industriedrucker in Rampennähe flexibler und günstiger.
Thermotransferdruck mit Wachs/Harz- oder Harzband auf Material mit Gefrierkleber. Thermodirekt-Etiketten können bei Kondenswasser und Frost unleserlich werden oder sich lösen.
Ja, im Zweck: Das Wareneingangsetikett identifiziert die Palette für die interne Einlagerung (oft mit eigener Platz- oder Chargenlogik) und muss die gesamte Lagerdauer halten. Das Versandetikett – typischerweise das GS1-Transportetikett mit SSCC – lebt nur bis zum Empfänger.
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