Ratgeber
Lagersoftware im Hochregallager: worauf es ankommt.
Im Hochregallager entscheidet Software über Meter: Jede unnötige Fahrt kostet Minuten, jede Fehleinlagerung eine Suchaktion in der Höhe. Was ein WMS dort können muss – und welche Hardware dazugehört.
Warum das Hochregallager eigene Regeln hat
Ein Bodenblocklager verzeiht Umwege, ein Hochregallager nicht: Wege sind lang, Zugriffe teuer, und der Stapler ist die knappste Ressource. Lagersoftware muss deshalb drei Dinge beherrschen – die richtige Platzwahl (schnelldrehende Artikel nach unten und nach vorn), die Führung der Fahrer in Echtzeit über Staplerterminals und die Planung von Doppelspielen, damit kein Gerät leer fährt. Dazu kommt die saubere Identifikation: jeder Stellplatz etikettiert, jede Palette mit SSCC erfasst.
| Anforderung | Was das WMS leisten muss | Hardware dazu |
|---|---|---|
| Platzstrategien | ABC-Zonen, Gewichts-/Höhenregeln, Sperrplätze | Platzetiketten (auch Retroreflex) |
| Fahrerführung | Aufträge in Echtzeit, sinnvolle Reihenfolge | Staplerterminal, robustes WLAN |
| Doppelspiel | Ein-/Auslagerung in einer Fahrt planen | — |
| Scannen in der Höhe | Platzbestätigung per Scan statt Blindbuchung | Long-Range-Scanner |
| Inventur | Permanente Inventur, Zählaufträge je Gasse | MDE-Geräte |
| Schnittstellen | ERP-Anbindung, ggf. Regalbediengerät/Fördertechnik | — |
Die Reihenfolge der Einführung
Erst die Kennzeichnung (Plätze, Paletten), dann die mobile Erfassung, dann die Strategien – wer Software auf ein unetikettiertes Lager setzt, digitalisiert nur das Chaos. Den Gesamtfahrplan beschreibt die Seite Lagerdigitalisierung, die Softwareseite im Detail Lagerverwaltung (WMS). Hardware, Etiketten und Anbindung liefern wir als Gesamtsystem – inklusive Test von Long-Range-Scannern an Ihren echten Regalen.
Häufige Fragen
Selten. Hochregallager leben von Platzstrategien (ABC-Zonen, Doppelspiel, Wegoptimierung) und der Führung der Staplerfahrer in Echtzeit – genau das können reine Buchungsmodule nicht. Ab ein paar tausend Stellplätzen rechnet sich ein WMS fast immer über die eingesparten Fahrwege.
Die Kombination von Einlagerung und Auslagerung in einer Fahrt: Der Stapler bringt eine Palette ins Regal und nimmt auf dem Rückweg die nächste mit. Ein WMS, das Doppelspiele plant, senkt die Fahrzeiten deutlich – im Hochregal einer der größten Einzelhebel.
Mit Long-Range-Scannern, die Retroreflex-Etiketten auf 10 bis über 15 Meter lesen, oder mit Etiketten in Fahrerhöhe, die den Platz oben repräsentieren. Welche Variante passt, hängt von Regaltyp und Stapler ab – wir testen das vor Ort.
Am besten permanent: Das WMS erzeugt laufend Zählaufträge, gezählt wird beim ohnehin stattfindenden Zugriff oder gezielt je Gasse. Die Stichtagsinventur mit Hebebühne und Zetteln entfällt – zulässig bei ordnungsgemäßer Lagerbuchführung.
Unsicher, was zu Ihrem Prozess passt?
Wir schauen uns Ihren Ablauf an und empfehlen erst danach ein Gerät oder eine Software — herstellerunabhängig und mit Testgerät vor der Bestellung.
