Wie funktioniert ein Lagerverwaltungssystem?
Ein Lagerverwaltungssystem verwaltet nicht nur Bestände, es führt Menschen. Am besten versteht man das entlang des Weges, den eine Palette vom Tor bis zum LKW nimmt.
Die Grundlage ist ein digitales Abbild des Lagers: Jeder Stellplatz hat eine eindeutige Adresse, jeder Artikel eine eindeutige Nummer, beide sind als Barcode angebracht. Erst dadurch kann das System überhaupt Anweisungen geben, die ein Mensch mit einem Scan bestätigen kann.
- Wareneingang: Lieferung wird gescannt und gegen die Bestellung geprüft, Abweichungen sofort dokumentiert. Ware ohne brauchbares Etikett bekommt am Tor ein internes Etikett.
- Einlagerung: Das System schlägt einen Lagerplatz vor, der Mitarbeiter bestätigt ihn per Scan. Damit ist jederzeit bekannt, wo etwas liegt.
- Kommissionierung: Der Auftrag kommt aufs Gerät, das System führt über die Route, jeder Griff wird gescannt und verifiziert.
- Versand: Packstücke werden gegen den Auftrag geprüft, Versand- und Palettenetiketten entstehen automatisch, die Verladung wird per Scan belegt.
- Inventur: Zählaufträge laufen laufend nebenher (permanente Inventur) statt einmal im Jahr als Kraftakt.
Im Betrieb arbeitet das System nach dem Prinzip Vorschlag und Bestätigung: Es errechnet den nächsten sinnvollen Schritt, zeigt ihn auf dem MDE-Gerät an, und der Scan bestätigt, dass genau dieser Schritt ausgeführt wurde. Weicht etwas ab – falscher Platz, falsche Menge, falscher Artikel – meldet das System das sofort, nicht erst bei der nächsten Inventur.
Dahinter liegen Strategien: Wohin wird eingelagert (nach Umschlaghäufigkeit, Gewicht, Haltbarkeit), in welcher Reihenfolge wird kommissioniert (kürzester Weg, Auftragspriorität), welcher Bestand geht zuerst raus (FIFO oder nach Verfallsdatum). Genau diese Strategien unterscheiden ein Lagerverwaltungssystem von einer reinen Bestandsliste.
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Häufige Fragen
Gute Systeme puffern Buchungen auf dem Gerät und übertragen sie nach, sobald die Verbindung zurück ist. Wichtig ist trotzdem eine saubere Funkabdeckung – Lücken im Lager fallen im Betrieb sofort auf.
Für einen klar abgegrenzten Bereich sind vier bis acht Wochen realistisch – inklusive Etikettierung, Geräten, Schnittstelle und Schulung. Entscheidend ist, mit einem Bereich zu starten und nicht mit dem ganzen Lager auf einmal.
Unsicher, was zu Ihrem Prozess passt?
Wir schauen uns Ihren Ablauf an und empfehlen erst danach ein Gerät oder eine Software — herstellerunabhängig und mit Testgerät vor der Bestellung.
